So schmeckt Tee am besten

Andere Länder – andere Sitten
Die Chinesen trinken am liebsten grünen, ungesüßten Tee. In Indien sorgen mitunter verschiedene Gewürze für ein spezielles Aroma. Die Ostfriesen bevorzugen dagegen kräftigen, schwarzen Tee mit Kandis und Sahne. So unterschiedlich die Vorlieben beim Teegenuss in den einzelnen Ländern auch sind, für die Zubereitung des Heißgetränks gelten bestimmte grundlegende Regeln.


Zubehör und Wasser

Wichtige Voraussetzung ist die richtige Teekanne. Ob eine Kanne aus Glas, 91tePorzellan oder Keramik benutzt wird, bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks. Auf die Qualität des Getränks hat dies jedoch keinen Einfluss.Entscheidend ist allerdings die Reinigung. Spülmittel ist hier tabu. Um den Teegeschmack nicht zu beeinträchtigen, sollte die Kanne nur mit heißem Wasser ausgespült werden. Außerdem sollte man sie mit heißem Wasser erwärmen, bevor man den Tee einfüllt.


Für die Zubereitung von Tee ist frisches Wasser unerlässlich. Fakt ist, dass die Klarheit des Aufgusses sowie Geschmack und Aroma wesentlich von der Wasserqualität abhängen. Zu hartes Wasser kann zum Beispiel feine Tees negativ beeinflussen. Kräftige Teesorten wie Ceylon- oder Assam-Tees vertragen mineralreiches Wasser wesentlich besser. Die Ostfriesen haben das bereits vor Jahrzehnten erkannt. Grundsätzlich ist weiches, kalkarmes Wasser mit wenig Eigengeschmack am besten für die Zubereitung von Tee geeignet. In Deutschland ist das Leitungswasser allerdings grundsätzlich von sehr guter Qualität.

 

Zubereitung
Bei losem Tee richtet sich die Menge nach dem persönlichen Geschmack und nach 18probierender Sorte. Generell rechnet man pro Tasse etwa einen Teelöffel bzw. zwei Gramm Tee. Da Broken-Tees ergiebiger sind, reicht ein gestrichener Teelöffel, bei Blatttee darf es ruhig ein gehäufter sein. Wer ein kräftiges Aroma bevorzugt, sollte noch einen extra Löffel „für die Kanne“ dazugeben. Grundsätzlich gilt: Die Teeblätter brauchen Bewegungsfreiheit. Deshalb brüht man sie am besten in einem separaten Gefäß auf und gießt den Aufguss nach dem Ziehen in die vorgewärmte Kanne. So werden die Teeblätter zunächst aufgewirbelt und scheinen regelrecht zu tanzen. Anschließend entfalten sich die Blätter zu ihrer ursprünglichen Größe und sinken allmählich auf den Kannenboden. Diese klassische Zubreitungsmethode garantiert, dass der Tee sein ganzes Geschmackspotenzial voll entfalten kann.


Eine Alternative ist ein sehr großes Teesieb, das in der Teekanne hängt und in dem die Teeblätter ebenfalls frei schwimmen können. Schmale Siebeinsätze oder Tee-Eier aus Metall sind ungeeignet. Die Blätter können sich hierin nicht entsprechend entfalten und somit auch nicht das volle Aroma freisetzen. Wer eine einzelne Tasse Tee zubereiten möchte, kann auch spezielle Teefilter aus Papier benutzen.Das Wasser sollte stets frisch aus der Leitung kommen. Abgestandenes oder bereits gekochtes Wasser hat nicht mehr genügend Sauerstoff. Es muss zunächst sprudelnd kochen. Schwarzer Tee wird mit dem kochendheißen Wasser übergossen.Bei grünem Tee sollte es auf etwa 70 Grad abkühlen, bevor der Tee aufgebrüht wird. Ansonsten kann es sein, dass der Aufguss eine herbe Note entwickelt.

 

 

 

 

 

Ziehdauer
Die Ziehdauer richtet sich nach dem Geschmack und der Wirkweise. Soll das Getränk über ein Leistungstief hinweg helfen, lässt man es zwei bis drei Minuten 90teeziehen. Denn in den ersten Minuten nach dem Aufgießen geben die Teeblätter vor allem das anregende Koffein ab. Danach werden zunehmend Gerbstoffe freigesetzt, die beruhigend auf den Verdauungstrakt wirken. Insgesamt sollte Tee maximal fünf Minuten ziehen. Je nachdem, wie die Teeblätter aufgegossen wurden, entfernt man nach dem Ziehen entweder das Teesieb aus der Kanne oder gießt den Aufguss durch ein Sieb in eine zweite, vorgewärmte Teekanne. Für Eilige sind Teebeutel eine gute Alternative zum losen Blatt- oder Broken-Tee. Zubereitung und Ziehdauer sind hier wesentlich kürzer. Für Teebeutel werden meistens sehr feine Teepartikel verwendet – so genannte Fannings bzw. Dust. Diese geben ihre Inhaltsstoffe rasch an das heiße Wasser ab. Daher muss Beuteltee nicht so lange ziehen wie Blatttee. Teebeutel enthalten ebenso hochwertige Ware wie lose Tees.


Art des Tees Ziehdauer Wirkung

Loser Tee
2-3 Minuten anregend
5 Minuten beruhigend

 

Teebeutel

1-2 Minuten anregend

4-5 Minuten beruhigend

 

Zucker, Sahne oder Zitrone?
Ob der Tee pur, mit Zucker oder mit Sahne getrunken wird, ist in erster Linie Geschmacks-Sache. 

 

 

Rohrzucker verleiht dem Getränk eine leicht karamellartig Nuance. Kandis – ob lose oder am Stiel – gilt unter Teetrinkern als Klassiker. In Ostfriesland wird vor allem der große Kandis, der so genannte „Kluntje“,  zum Süßen des Tees verwendet. Wer den Geschmack verfeinern möchte, kann Sahne oder Milch verwenden. Dosenmilch hat einen zu starken Eigengeschmack und ist eher ungeeignet. Manche Tees, zum Beispiel Ceylons, vertragen sich auch gut mit einem Schnitzelchen Zitrone.


anderelaender3Die Frage, ob der Tee mit Zucker und Sahne zubereitet wird, hängt auch von der verwendeten Teesorte ab. So wird grüner Tee meistens pur getrunken, auf jeden Fall aber ohne Sahne. Auch der edle Darjeeling First Flush schmeckt mit etwas Zucker oder Kandis am besten. Sahne oder Milch sind aufgrund des zarten Aromas dieser Tees weniger geeignet. Darjeeling-Sorten, die aus der zweiten und dritten Ernte im Jahr stammen, vertragen dagegen durchaus auch einen Schuss Sahne.Der kräftige Assam-Geschmack lässt sich ebenfalls mit etwas Sahne oder Milch verfeinern. Die Zugabe von Zucker oder Kandis betont den malzigen Geschmack der Assam-Tees. Ceylon-Tee zeichnet sich vor allem durch sein kräftiges Aroma aus. Daher lässt er sich hervorragend mit etwas Milch bzw. Sahne kombinieren. Zum Süßen verwendet man am besten raffinierten Zucker. Rohrzucker beeinträchtigt durch seinen starken Eigengeschmack das typische Aroma des Ceylon-Tees.


Übrigens: Tee sollte nach dem Einkauf in luftdicht verschlossenen Behältern aufbewahrt werden. Ideal sind spezielle Teedosen aus Glas, Porzellan oder Keramik. Auch gut verschließbare Blechdosen eignen sich hierfür. Der Tee muss kühl, trocken und dunkel lagern. Glasbehälter gehören daher in den Schrank. Auch fremde Gerüche beeinträchtigen das Tee-Aroma. Gut verpackt bleibt der Tee viele Monate frisch.